Wie sichere ich mich in der Selbstständigkeit ab?

Wer sich selbstständig machen möchte, oder es bereits ist, muss bestimmte Sozialversicherungen besitzen. Einige davon sind Pflicht, andere hingegen freiwillig.

Für Selbstständige ist es zudem auch wichtig das Sozialversicherungsgesetz zu kennen, um mögliche gerichtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Die Sozialversicherung basiert auf 5 Hauptversicherungen:


- Krankenversicherung

- Pflegeversicherung

- Rentenversicherung

- Arbeitslosenversicherung

- Unfallversicherung


Einige Versicherungen sind für Betriebe verpflichtend. Wenn das Unternehmen aber auch einer Person besteht, ändert sich auch gleichzeitig die gesetzliche Lage und die

Versicherungen.

Generell sind alle Personen in Deutschland sozialversicherungspflichtig, wobei es hier Ausnahmen gibt.


Einige Versicherungen sind für Betriebe verpflichtend. Wenn das Unternehmen aber auch einer Person besteht, ändert sich auch gleichzeitig die gesetzliche Lage und die


- Künstlerberufe (wie z.B Musiker, Sänger, Grafiker, Bild- und Tontechniker, sowie Modedesigner, Instrumentenbauer, Raumausstatter und Maskenbilder)

- Handwerks- und Landwirtschaftliche Berufe

- Beamte


Diese Berufsgruppen haben die Möglichkeit, die Sozialversicherung eingeschränkt zu nutzen und einzuzahlen.



Pflichtversicherungen


In Deutschland muss jede Person Krankenversichert sein. Selbstständige haben dazu mehrere Möglichkeiten und können sowohl in die freiwillig gesetzliche Krankenversicherung aber auch in die private Krankenversicherung. Hier ist es sinnvoll zu wissen: wer in die private Krankenversicherung hineingeht, kommt nicht leicht wieder heraus. Selbst ein Wechsel zurück in eine angestellte Position kann einen Wechsel nicht sofort ermöglichen. Die privaten Krankenversicherungen sowohl die freiwillig gesetzliche Krankenversicherung kosten im Schnitt gleich viel, je nach dem, welchen Umfang die Krankenversicherung besitzen soll. Im Schnitt kosten sie monatlich 500,-€ und mehr.

Die Pflegeversicherung wird gleichzeitig mit der Krankenversicherung abgeschlossen und ist ebenfalls verpflichtend.



Freiwillige Versicherungen


Anders sieht es bei der Rentenversicherung aus. Diese ist eine freiwillige Versicherung. Die Kosten für die private Rentenversicherung variieren und können individuell erfasst werden. Hier sollte es Selbstständigen auch bewusst sein: wer nicht einzahlt, erhält zur Rente auch nichts. Das bezieht sich nicht nur auf die Rente mit 67 Jahren, sondern auch auf die Frührente.


Ähnlich sieht es bei der Arbeitslosenversicherung aus. Sie ist keine Pflicht, aber auch hier müssen sich Gründer und Selbstständige bewusst sein, was eigentlich hinter dieser Versicherung steckt. Denn die Arbeitslosenversicherung bezieht sich nicht nur auf die Arbeitslosigkeit, sondern auf die Arbeitsförderung. Darin inbegriffen sind folgende Leistungen:


- Kurzarbeit

- Witterungsbedingte Ausfälle

- Arbeitsunfälle

- Zahlungsunfähigkeiten


Gleichzeitig greift die Arbeitslosenversicherung, wenn Arbeitslosigkeit droht.


Die Unfallversicherung ist auch keine Pflicht. Allerdings kann diese sehr sinnvoll sein, wenn Selbstständige z.B täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, viel Pendeln müssen oder das Unfallrisiko sehr hoch ist. Denn die Unfallversicherung greift nicht nur bei Unfällen, sondern auch bei Transport, medizinischen Kosten, Folgeerkrankungen und bleibenden Beeinträchtigungen.


Woher kommt das Geld, wenn ich krank bin, weil das Business nicht läuft?


Besonders in den ersten 3 Jahren muss ein Unternehmer immer davon ausgehen, dass sein Unternehmen bereits in einem Monat nicht läuft.


Hier reichen bereits Kleinigkeiten aus, um ein komplettes Business lahm zu legen. Sei es die Sehnenscheidenentzündung die operiert werden muss oder ein großer Auftrag wird aufgrund von Insolvenz nicht bezahlt.

Viele private Krankenversicherungen bieten dafür ein sogenanntes Krankengeld bzw. eine Krankentagegeldversicherung. Diese muss separat abgeschlossen werden und greift, wenn selbstständige Personen länger ausfallen.

Dieses Krankengeld ist auch automatisch bei der freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung eingeschlossen.


Was tun, wenn ich arbeitslos werde, weil das Business nicht läuft?


Wenn das Business nicht läuft, muss es nicht vollständig aufgegeben werden. Die

wöchentlichen Arbeitsstunden müssen auf 15 Stunden reduziert werden und die selbstständige Person kann Arbeitslosengeld beantragen. Dadurch werden aber alle Finanzen, sowohl gewerblich als auch privat, gegen gerechnet. Es dürfen rund 165 Euro dazuverdient werden, mit der Selbstständigkeit, da sonst das Arbeitslosengeld gesenkt wird.

Ebenso setzt es voraus, dass Selbstständige vor der Arbeitslosigkeit, mindestens 12 Monate versichert waren, im Zeitraum von 30 Monaten vor der Arbeitslosigkeit. Selbstständige besitzen 4 Jahre Anspruch auf Arbeitslosengelder, sofern sie weniger als 15 Stunden die Woche zusätzlich arbeiten.

Sollte ein Business nach mehreren Jahren nicht laufen, und eine selbstständige Person nicht in eine Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, erhalten dennoch staatliche Hilfe.

Dafür müssen Selbstständige sowohl die Private Krankenversicherung verlassen und auch die Wohnverhältnisse werden genauer betrachtet.


Wovon lebe ich, wenn ich nicht mehr arbeite?

Wer lange genug gearbeitet hat, und die letzten Jahre in Ruhe verbringen möchte, kann auch als ehemalige selbstständige Person Rente beziehen. Personengruppen, die nicht sozialversicherungspflichtig sind, werden automatisch in die Rentenversicherung einbezogen. Allerdings müssen diese Gruppen nur mit einer geringen Rente rechnen, die gesetzlich verschrieben ist. Diese Beträgt im Jahre 2021 rund 1039,-€.

Wer allerdings monatlich in die Sozialversicherungskasse eingezahlt hat, wird auch in der Rente belohnt. Vorausgesetzt, die Person hat mindestens 5 Jahre eingezahlt. Sollten Selbstständige nicht über einen längeren Zeitraum eingezahlt haben, drohen auch hier Mindestsätze.


Wie viel kostet es, sich als Selbstständiger entsprechend zu versichern


Das teuerste an den Versicherungen ist, und bleibt, die Krankenversicherung mit rund 500,-€ Mindestsatz. Diese kann auch, je nach Bedürfnissen und Wünsche, auch schnell 900,- € erreichen.

Dieser Pflichtsatz kann allerdings mit der Steuer verrechnet werden.

Die restlichen Versicherungen, die freiwillig gezahlt werden, belaufen sich, insgesamt, auf rund 450,-€, wenn es sich um den rundum Schutz ohne Abstriche handelt. Jedes Extra der Versicherungen kostet etwas mehr, oder eben weniger, wenn reduziert wird.


Auch wenn nicht alle Sozialversicherungen verpflichtend sind, sollten Selbstständige über kurz oder lang sich mit diesen Versicherungen beschäftigen. Ein laufendes Unternehmen kann schnell nicht mehr rund laufen und eine Absicherung für sich selbst wäre dabei keine dumme Idee.


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